Der Raum im Pfarrheim war mit rund 40 Personen gut gefüllt. Neben Bürgermeister Heider waren als Gemeindevertreter Ute Rupke und Björn Bauer mit dabei. Außerdem gab es Besucher vom Arbeitskreis Asyl aus Odenthal sowie von der "Neuen Heimat Bergisch Gladbach. Alle waren gespannt auf Raphaela Hänsch.


Leider musste diese krankheitsbedingt kurzfristig absagen, so dass es uns leider auch nicht gelungen ist, entsprechenden Ersatz zu finden. Trotzdem gab es genug Redebedarf und Themen, die angesprochen wurden.

Anwälte
Kontrovers diskutiert wurde hier über die Arbeit der Anwaltskanzlei Dr. Rasquin. Das Stimmungsbild an diesem Abend war gemischt. Einige der Anwesenden drückten ihre Zufriedenheit aus, andere wiederum berichteten von organisatorischen Missständen, die dazu geführt haben, dass terminlich gebundene Schreiben nicht rechtzeitig verschickt wurden. Mittlerweile gibt es auch Erkenntnisse, dass nötige Anträge beim Ausländeramt nicht gestellt worden sind, aber berechnet wurden. Diese Vorgänge werden momentan geprüft und dann entsprechend abgeklärt.

Hingewiesen haben wir an diesem Abend darauf, dass der Fachdienst für Integration und Migration der Caritas Rheinberg  bei entsprechenden Bescheiden kurzfristig kontaktiert werden sollte. Hier gibt es jahrelange Erfahrung und dann im Bedarfsfall auch die nötigen Kontaktdaten eines kompetenten Anwalts.

Passend zu diesem Thema wurde kurz über Klagen gegen den „Subsidiären Schutz“ für Syrer gesprochen. Viele Anwälte haben hier allgemein wegen Verfassungswidrigkeit geklagt, ohne auf den Einzelfall einzugehen. Mittlerweile gibt es ein Urteil des OVG Münster, dass Syrern nicht generell der Flüchtlingsstatus zuerkannt werden muss . Mehr dazu in der Wissensdatenbank unter http://fluchtpunkt-kuerten.hilger-mueller.de/index.php/wissensdatenbank/322-urteil-des-ovg-muenster-vom-22-02-2017-kein-fluechtlingsstatus-fuer-syrer

Wohnungen / Vermieter
Die WhatsApp-Gruppe "Wohnraum für Flüchtlinge" läuft nun seit einiger Zeit. Diese soll zur Strukturierung der Wohnungssuche dienen, indem innerhalb der Gruppe entsprechende Wohnungsangebote eingestellt werden können. Hier sollte dann ein entsprechender  Unterstützer aus der Gruppe anrufen, sofern das Angebot passend ist und dann eine Rückmeldung geben, damit Doppelanrufe vermieden werden können.

Paul Mundy hat entsprechende Namenslisten erzeugt, die Personenanzahl und Wunschort innerhalb von Kürten sowie Namen des Helfers enthalten. Hiermit versuchen wir zu vermeiden, dass mehrere HelferInnen für eine Person bzw. Familie suchen.

Insgesamt wurde die Meinung vertreten, dass eine erfolgreiche Wohnungsvermittlung nur mit den Paten gelingen kann, da diese ihre Familien bzw. Einzelpersonen gut kennen und damit Türen zu den Vermietern geöffnet werden können. Dies macht natürlich die Suche für Personen ohne Paten deutlich schwieriger.

Herr Wulf, der Wohnraum an die Gemeinde vermietet hatte, berichtete von seinen positiven Erfahrungen mit der Vermietung an Flüchtlinge. Björn Bauer hat von anderen Vermietern ebenfalls positive Rückmeldungen erhalten. Diese wollen wir dazu nutzen, um andere Vermieter davon zu überzeugen, ihren Wohnraum Flüchtlingen zur Verfügung zu stellen. Angedacht ist hier ein Bericht im Kölner Stadtanzeiger.

Außerdem sollen örtliche Maklerbüros angeschrieben werden, um auch hier für Unterstützung zu werben . Paul Mundy möchte ein entsprechendes Informationsblatt zusammenstellen, das die nötigen Schritte bei der Wohnungssuche auflistet.

Angesprochen auf den sozialen Wohnungsbau in der Gemeinde Kürten konnte Herr Heider keine konkreten Aussagen treffen. Man sei immer noch auf Standortsuche und in Gesprächen mit einer Wohnungsbaugesellschaft.
Leider gibt es auch hier immer wieder Vorbehalte von Anwohnern, die einen entsprechenden Bau in der Nähe ihrer Wohnungen oder Häuser ablehnen.

Aus dem Housing Committee kam der Hinweis, dass bei Wohnungsbezug eine private Haftpflichtversicherung abgeschlossen werden sollte. Ein entsprechender Vertrag kann erst nach Anerkennung abgeschlossen werden, jedoch nicht als Asylsuchender.

Der Bergische Abfallwirtschaftsverband (BAV) hat lt. Ute Rupke Schulungen zur Mülltrennung angeboten, die allgemein als sehr wichtig empfunden wurden.

Möbellager, Möbeltransporte, Werkzeugsätze
Das Möbellager in Herweg steht prinzipiell für Einlagerungen zur Verfügung. Nach Beseitigung von Baumaterialien wird der Nutzungsumfang erweitert, so dass eine kleine Möbelwerkstatt entstehen soll. Außerdem sollen andere hilfsbedürftige Personen oder Familien auch mit Möbeln versorgt werden können.

Für Möbeltransporte steht ab sofort auch der gemeindeeigene Anhänger für uns zur Verfügung. Anfragen können an Ute Rupke gerichtet werden.

Die drei Werkzeugsätze, die vom Spendentopf der Gesamtschule Kürten finanziert wurden, stehen zum Ausleihen für Helferinnen und Helfer sowie den Zuwanderern zur Verfügung.

Die drei Standorte wurden am Abend bekannt gegeben. Bei Rückfragen stehe ich unter 0176 – 63233 100 gerne zur Verfügung.

Familienzusammenführung
Jeder Asylbewerber, der mit seinem Bescheid vom BAMF als Flüchtling anerkannt wird, hat das Recht auf Familienzusammenführung. Das bedeutet, der Ehepartner und die minderjährigen Kinder dürfen nachgeholt werden. Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge dürfen ihre Eltern und ihre minderjährigen Geschwister nachziehen lassen.

Bisher gibt es in unseren Reihen wenig Erfahrung mit diesem Thema. Helfen kann hier auch der Fachdienst für Integration und Migration der Caritas Rheinberg.

Leider gibt es immer wieder Fälle, bei denen die Mitarbeiter in den entsprechenden Botschaften versuchen, diesen Weg für alle Beteiligten so schwer wie möglich zu machen.

Über einen Fall haben wir hier im Newsletter berichtet. Dieser betraf einen unbegleiteten minderjährigen Flüchtling. Hier hat Herr Fischbach, als Mitarbeiter der deutschen Botschaft in Kairo mit falschen Aussagen immer wieder versucht, den Fall zu verschleppen.

Nadia Errahmouni hat hier so lange Druck gemacht, bis das Ziel erreicht war. Sie wird zusammen mit Ulla Klein versuchen, die nötigen Schritte zusammenzufassen, so dass wir ein entsprechendes Infoblatt herausgeben können.

Checkliste für Arbeitsverträge mit Asylbewerbern
Bei Arbeitsverträgen mit Asylbewerbern gibt es immer wieder die gleichen Punkte, die beachtet werden müssen. Stephan Baake hat aus diesem Grund eine Checkliste entworfen, so dass eine Mitwirkung der Paten erreicht werden kann, um den Ablauf zu verbessern.

Die überarbeitete Version ist nun fertig. Weitere Infos hierzu:

Checkliste Arbeitsverträge mit Asylbewerbern
Integration durch Arbeit (Hintergrundinfos)

Fazit
Es war wieder ein informativer Abend mit teils lebhafter Diskussion. Die Wortbeiträge der Gäste zeigten, dass auch die Flüchtlingshilfe in den anderen Gemeinden vor denselben Herausforderungen steht.

Der nächste Abend ist geplant für Freitag, den 31. März 2017, ab 18:00 Uhr in Dürscheid.

Hierzu werden wir Raphaela Hänsch erneut einladen.

Stephan Baake, Michael Weinmann